Eberhard Jasinski, Chef der Sophien-Apotheke in Colditz, zeigt den „KlosterBucher Antonius-Bitter".
Der Schnaps, der den Appetit anregen und beim Verdauen deftiger Speisen helfen soll, wird von seinem Team hergestellt. Er ist das erste hochprozentige Souvenir des Klosters Buch - aber keineswegs nur als Mitbringsel geeignet.
Foto: a. Braun
Das Kloster Buch erfüllt die Wünsche von Besuchern und bringt ein hauseigenes Präsent auf den Markt: einen Schnaps.
Von Heike Stumpf
Ein bisschen stolz sind die Mitglieder des Fördervereins schon.
Mit dem „KlosterBucher Antonius-Bitter" haben sie jetzt eine eigenes Souvenir.
Das sieht gut aus, soll - von Probanten bestätigt - gut schmecken und durchaus Wirkung zeigen.
Zu alledem kann sogar noch ein historischer Bezug hergestellt werden.
„Antonius Dytz war der letzte Abt hier. Nach seinem Tode im Dezember 1525 wurde das Kloster dann aufgelöst",
erzählt Sabine Patzelt vom Förderverein Kloster Buch. Wie sie weiter berichtet,
habe es diese „Schnapsidee" schon ein paar Jahre gegeben.
Schön sei, dass die Umsetzung nun geklappt hat, zumal die Besucher immer wieder nach etwas fragen,
was sie als Erinnerung vom Kloster mitnehmen können.
Dass es vom Wunsch zum fertigen Produkt gekommen ist,
verdanken die Förderer der guten Zusammenarbeit mit der Sophien-Apotheke aus Colditz.
Deren Team ist bei der einen oder anderen Veranstaltung im Kloster
- zuletzt dem Fest der Rose - dabei.
Und es interessiert sich für das, was an altem Wissen und Können überliefert ist.
Rezept aus Apothekerbuch
„Die Rezeptur für den Antonius-Bitter stammt aus einem alten Apotheker-Buch.
Allerdings haben wir sie dann auch noch ein wenig verfeinert", sagt Anja Heinrich.
Sie ist pharmazeutisch-technische Assistentin in der Sophien-Apotheke.
„Das Interesse an Hochprozentigem bringe der Beruf so mit sich", berichtet die Schnapsherstellerin lächelnd.
Sie verrät, dass der Antonius-Bitter eine Mischung aus verschiedenen Tinkturen ist.
Der würden Alkohol und Zucker zugesetzt. Nicht zu viel Zucker. Sonst wäre es kein Bitter, sondern ein Likör.
Nach zwei bis drei Wochen hätten sich die „Zutaten" so gut miteinander vermischt,
dass der Bitter in die Flaschen der beiden angebotenen Formate abgefüllt werden kann.
Über die Zutaten verrät Anja Heinrich wenig. Verständlich, denn jeder Hersteller behält bestimmte Geheimnisse besser für sich.
Lediglich, dass Enzianwurzeln mit im Spiel sind, lässt sie sich entlocken. Kräuter und,
weil es eben ein Bitter sei, würden den Schnaps auch eine bestimmt Wirkung verleihen.
Er sei ebenso Appetit anregend wie verdauungsfördernd.
„Den Antonius-Bitter kann man sich also mit gutem Gewissen gönnen", bescheinigt die Fachfrau.
Wer das einmal ausprobieren möchte, kann sich die Fläschchen im Kloster Buch schon heute beim Bauernmarkt besorgen.
„Wir als Förderverein haben uns in die Gestaltung des Etiketts eingebracht", sagt Sabine Patzelt.
Die Klosterführerin kann sich übrigens gut vorstellen, dass die Mönche seinerzeit Kräutertinkturen
- vielleicht sogar hochprozentige - hergestellt haben und findet so noch einen historischen Bezug.
Überlieferungen darüber gibt es allerdings nicht. Sehr wohl belegt ist dagegen,
dass die Zisterzienser auch auf dem Bucher Gelände Arznei- und Gewürzkräuter angebaut - und demzufolge auch verwendet - haben.
|